Jahresrückblick der Volksbank Greven

Greven, 11.01.2018

Traditionell lud die Volksbank Greven nach der Bilanz-Pressekonferenz aller Volksbanken im Kreis zu einem eigenen Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr ein. Die Vorstandsmitglieder Andreas Hartmann und Dietmar Dertwinkel warfen einen ersten Blick auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2017.

Mit der Geschäftsentwicklung des Jahres 2017 zeigte sich der Vorstand unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden. In allen Geschäftsbereichen konnte ein Wachstum erzielt werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich um rund 30 Mio. Euro auf nunmehr 605 Mio. Euro. Bei den Erträgen rechnet die Volksbank mit einem zufriedenstellenden Ergebnis, das jedoch unter den Werten des Jahres 2016 liegt.

Das Geschäftsjahr 2017 wurde durch das Engagement der rund 120 Mitarbeiter und das Vertrauen der Kunden vor Ort erfolgreich abgeschlossen, waren sich die beiden Vorstände Hartmann und Dertwinkel einig.

Die anhaltende Niedrigzinsphase bestimmte auch das Geschäftsjahr 2017. Die Anlage in renditestärkere Investmentfonds als Alternative zu Tages- und Termingeldanlagen und die damit einhergehende Vermögensstrukturierung bildete den Beratungsschwerpunkt des Jahres 2017. Demzufolge verzeichnete die Volksbank im Einlagenbereich einen Zuwachs von rund 6,2 Mio. Euro oder plus 1,65 %. Die Fondsguthaben der Kunden stiegen um 8,1 Mio. Euro oder 7,3 % und somit deutlich stärker als die Geldanlagen auf Konten.

Im Wertpapierbereich prägte auch 2017 das Sicherheitsbedürfnis der Kunden die Nachfrage. Der Inflationsschutz sowie die Vermögensstruktur standen im Focus. Die Kunden suchten Anlagelösungen mit ausgewogenen Rendite-/Risikostrukturen. Im Anlageverhalten der Kunden gab es kaum Veränderungen zum Vorjahr. Der DAX schloss das Jahr mit 12.917,64 Punkten ab.

Die Kreditvergabe entwickelte sich im Jahr 2017 außerordentlich erfreulich. Im Kreditgeschäft konnte ein Wachstum von 65 Mio. Euro verzeichnet werden. Das entspricht einer Steigerung von 15,6 Prozent. Im gewerblichen Bereich nutzten die Kunden Be-triebsmittelfinanzierungen und Investitionsdarlehen. Die Baufinanzierungsnachfrage war wiederum sehr rege. Immobilien zur Eigennutzung aber auch zur Kapitalanlage waren extrem gefragt.

Nachgefragt wurden insbesondere lange Zinsbindungen bis zu 30 Jahren, die bei der Volksbank seit Jahren selbstverständlich sind. Diesen Kundenwunsch erfüllt die Volksbank Greven seit vielen Jahren durch die enge Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Hypothekenbanken. Im Jahr 2017 konnten über 32 Mio. Euro Kredite an die Verbundpartner vermittelt werden.

Die notwendige Vorsorge für Risiken im Kreditgeschäft konnte bei der Volksbank Greven im Jahr 2017 weiterhin auf niedrigem Niveau gehalten werden.

Eine optimale Finanzierung muss attraktive Fördermittel einbinden. Die Beratung der Kunden über Fördermittel hatte auch 2017 wieder einen hohen Stellenwert, betonte Dietmar Dertwinkel. „Denn eine Maxime unseres Hauses ist, bei jedem Kreditantrag unserer Kunden zu prüfen, inwieweit öffentliche Fördertöpfe angezapft werden können, um damit unseren Mitgliedern und Kunden in jedem Fall die günstigsten Konditionen zu bieten“, so Dertwinkel.

Die Fördermittelanträge 2017 lagen mit 24,6 Mio. Euro auf sehr hohem Niveau. Profitiert ha-ben hiervon wiederum Gewerbe (10,6 Mio.), Landwirtschaft (2,8 Mio.) und Wohnungsbau (11,2). Den größten Zuwachs verzeichnete der Wohnungsbau zur Eigennutzung aber auch als Renditeobjekt.

„Der Ausbau des Baufinanzierungsgeschäftes wird auch im Geschäftsjahr einen hohen Stel-lenwert haben. Durch die Aus- und Weiterbildung von Spezialisten wird die Volksbank den Anforderungen einer zunehmend komplexer werdenden Baufinanzierungsberatung gerecht“, war die Aussage der Vorstandsmitglieder in der letztjährigen Pressekonferenz. Diese Aussage wurde erfolgreich in die Tat umgesetzt. Durch den Aufbau eines Netzwerkes mit Architekten, Energieberatern und Finanzvermittlern wurden viele neue Kunden gewonnen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein neues Baufinanzierungsvolumen von rund 69 Millionen Euro finanziert.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist weiterhin groß. Zur kommenden Baumesse – hier laufen derzeit die Vorbereitungen auf Hochtouren – wird die Volksbank wieder ein Sonder-kreditkontingent für den Grundstückskauf einzelner Baugebiete im Geschäftsgebiet auflegen. Interessierte können sich schon einmal den 17. und 18. Februar 2018 vormerken.

Die Volksbank wird ihr Filialnetz im Laufe des Jahre 2018 weiter verändern, eine Folge des zunehmenden Online- und SB-Bankings sowie der intensiven Nutzung telefonischer Angebote durch die Kunden. Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank haben beschlossen, ab Juli 2018 die Filiale West an der Emsdettener Straße in eine SB-Filiale umzuwandeln. Die persönliche Beratung der Kunden erfolgt durch die gewohnten Mitarbeiter ab diesem Zeitpunkt in der Hauptstelle in der Marktstraße.

Die bedarfsgerechte Beratung der Mitglieder und Kunden steht weiterhin im Mittelpunkt der Volksbank. Das spiegelt sich auch in der erneuten Auszeichnung zur besten Beraterbank in Greven wider, die die Volksbank Greven zum 4. Mal in Folge erhielt. Nach umfangreichen DIN-Normen zur Bewertung der Finanzberatung belegte die Volksbank den ersten Platz für Greven.

Mit der am 19. Oktober 2017 geschlossenen Kooperationsvereinbarung mit Fusionsabsicht mit den Nachbarbanken VR-Bank Kreis Steinfurt und Vereinigte Volksbank Münster wurden die Weichen für eine zukünftige Groß-Volksbank und eine dauerhaft erfolgreiche Zukunft gestellt. Es wird eine Bank aus den Regionen für die Regionen mit starker regionaler Verbun-denheit entstehen. Die Volksbank Greven hatte sich der bereits im April 2017 geschlossenen Kooperation der beiden Nachbarbanken mit dem Ziel der operativen Zusammenarbeit bei internen Themen, insbesondere bei der Vorbereitung der technischen Migration auf ein neues EDV-System in 2019, angeschlossen. Die Zusammenarbeit zwischen den 3 Banken verläuft sehr intensiv und partnerschaftlich. Die Kooperation mit Fusionsabsicht ist erfolgreich gestartet und befindet sich voll im Zeitplan.

Nicht nur auf die Bilanzzahlen, sondern auch auf die vielen Aktivitäten und Ereignisse blickten Hartmann und Dertwinkel zurück.

Die alljährlichen Unternehmertage der Volksbank Greven in den Niederlassungsbereichen Altenberge und Nordwalde haben sich  inzwischen etabliert. In diesem Jahr hieß es auf der Einladung zum 4. gemeinsamen Unternehmertag beider Niederlassungsbereiche „Das Gewerbegebiet An den Bahngleisen stellt sich vor“. In den Räumlichkeiten von LBO Lärmschutz in Nordwalde wurde diese interessante Veranstaltung vor über 100 Unternehmerinnen und Unternehmern durchgeführt. Die Betriebsbesichtigung anlässlich des Unternehmertages fand beim LBO-Nachbarn Haneberg & Leusing statt.

Richard Ooms begrüßte gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Arie Boekenstein die Gäste und nutzte die Gelegenheit, den Betrieb kurz vorzustellen, damit alle Gäste einen Einblick in die Geschäftstätigkeit von LBO bekamen. Ebenso stellte Dr. Josef Luislampe, Geschäftsführer der Firma Haneberg & Leusing, die Unternehmensgruppe Bröring vor, zu der der Nordwalder Betrieb gehört.

Als Gastredner hatte die Volksbank Moritz Ettl eingeladen. Mit 25 Jahren ist Moritz Ettl wohl der jüngste Gastredner der Bank und sicherlich auch einer der jüngsten Programm-Manager für Executive Education am Hasso-Plattner-Institut, Berlin. Sein Vortrag beleuchtete die Themenfelder Digitalisierung, Transformation und Innovation. Moritz Ettl blickte mit seinem Vortrag zur Digitalisierung in die Zukunft und sprach damit ein sehr aktuelles Thema an.

„SIE – in 3 Minuten“ war die Aufforderung an die ansässigen Firmen im Gewerbegebiet zum Speed-Presenting und insgesamt drei Firmen stellten sich dieser Herausforderung.
Moderiert von Volksbank-Vorstand Dietmar Dertwinkel hatte jede Firma drei Minuten Zeit, sich vorzustellen. Die im Gewerbegebiet „An den Bahngleisen“ ansässigen Firmen Tischlerei Lembeck, Bockholt GmbH und Michgehl & Partner nutzten die Gelegenheit. Ein interessanter Programmpunkt des vierten Unternehmertages Altenberge/Nordwalde, der den Netzwerkgedanken der Volksbank unterstreicht.

Das Reiseangebot der Volksbank ist für die Mitglieder nach wie vor attraktiv. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging die Bankreise auf die größte Mittelmeerinsel: Sizilien – die Insel zwischen drei Meeren an der einstigen Grenze zwischen Morgenland und Abendland.
In diesem Jahr ist das Reiseziel Vietnam und Kambodscha. Zwei Reisegruppen entdecken im Frühjahr auf einer Rundreise zwei faszinierende Länder Indochinas und schweifen in die Ferne.

Die Verbundenheit der Mitglieder mit ihrer Volksbank zeigt sich in den jährlich zu ehrenden Bankteilhabern, die für 40-, 50- und 60-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren 5 Mitglieder seit 60 Jahren, 58  Mitglieder seit 50 Jahren und 185 Mitglieder seit 40 Jahren Bankteilhaber.

Aber auch die Verbundenheit der Mitarbeiter mit Ihrer Volksbank spiegelt sich in den vielen Dienstjubiläen wider. Drei Mitarbeiter blickten auf 35 Dienstjahre, zwei auf 25 und drei Mitarbeiter auf 10 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück.

Die Aus- und Weiterbildung hat in der Volksbank Greven einen hohen Stellenwert. In 2017 begannen wieder junge Auszubildende Ihre Ausbildung zum Bankkaufmann und vier junge Leute beendeten ihre Ausbildung mit der erfolgreich abgelegten Prüfung.

Über die von der Volksbank angebotenen Seminare hinaus nehmen die Mitarbeiter auch durch in Eigeninitiative besuchte Fortbildungsmaßnahmen Einfluss auf ihre berufliche Entwicklung. In 2017 konnte der Vorstand drei Mitarbeitern zur bestandenen Prüfung des berufsbegleitenden Studiums zum Bankfachwirt am BankColleg der RWGA gratulieren.

Beratungs- und Projektschwerpunkte für das laufende Geschäftsjahr sehen die beiden Vorstände in den Bereichen „Baufinanzierung“, „Digitalisierung“ sowie „Wertpapierberatung“ unter den neuen gesetzlichen Bestimmungen MiFID II.

Alle 3 Gemeinden im Geschäftsgebiet weisen Baugebiete aus. Die weiterhin niedrigen Zinsen ermöglichen vielen Kunden den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Die Volksbank hat hierauf reagiert und im Dezember 2017 ihre neuen Räumlichkeiten für das Baufi-Kompetenz-Center in Greven eröffnet.

In 2018 wird somit aus Sicht der Volksbank ein Beratungsschwerpunkt die qualitative Baufinanzierung sein. Spezialisten stehen hierfür in Greven, Altenberge und Nordwalde jeweils zur Verfügung.

Die Nutzung des telefonischen Service ist in den letzten Jahren durch die Kunden immer stärker in Anspruch genommen worden. Die Volksbank Greven wird in 2018 daher den Telefonservice weiter ausbauen und in einigen Teilfeldern Telefonberatung anbieten. Zusätzlich werden bestehende Apps mit weiteren Funktionalitäten versehen und die Internetseite wird durch einen Relaunch kundenfreundlicher und interaktiver gestaltet.

Ein weiterer Schwerpunkt wird 2018 die Wertpapierberatung darstellen. Die Volksbank Greven hat einen neuen technikunterstützten Beratungsprozess eingeführt. Der Kunde wird hierbei interaktiv in die Beratung einbezogen, ihm werden alle Kosten transparent aufgezeigt und im Anschluss das Beratungsprotokoll incl. seines gesamten Vermögensstatus visuell dargestellt und ausgehändigt. Die Volksbank wird den Kunden so in die immer komplexer werdenden Produkte, kunden- und sachgerecht, mit einbeziehen.

Beide Vorstände blicken verhalten optimistisch auf das neue Geschäftsjahr. Hartmann und Dertwinkel sehen für die Bank als größte Herausforderungen das weiterhin niedrige Zinsniveau. Durch die bevorstehende EDV-Migration mit den aufwendigen Schulungsmaßnahmen und Prozessveränderungen sowie die anlaufende Kooperation mit den Nachbarbanken wird auf die Mitarbeiter ein arbeitsintensives und zeitaufwändiges, aber auch spannendes Jahr zukommen.

Für 2018 wird ein moderates Geschäftswachstum bei schwächerer Ertragslage erwartet.

Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2017:

  • Bilanzsumme 605 Mio. Euro (+30 Mio. Euro)
  • Bilanzielles Kreditgeschäft 65,3 Mio. Euro Wachstum
  • Vermitteltes Kreditgeschäft 32 Mio. Euro
  • Bankeinlagen der Kunden 6,2 Mio. Euro Wachstum
  • Ertrag unter Vorjahresniveau
  • Mitarbeiter 120
  • Spenden und Sponsoring 75.000 Euro
  • Gewerbesteuern ca. 600 TEUR