Jahresrückblick der Volksbank Greven

Greven, 11.01.2017

Traditionell lud die Volksbank Greven nach der Bilanz-Pressekonferenz aller Volksbanken im Kreis zu einem eigenen Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr ein. Die Vorstandsmitglieder Andreas Hartmann und Dietmar Dertwinkel warfen einen ersten Blick auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2016.

Mit der Geschäftsentwicklung des Jahres 2016 zeigte sich der Vorstand unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden. In allen Geschäftsbereichen konnte ein Wachstum erzielt werden.

Die Bilanzsumme erhöhte sich um rund 10 Mio. Euro auf nunmehr 575 Mio. Euro. Bei den Erträgen rechnet die Volksbank mit einem zufriedenstellenden Ergebnis, das jedoch unter den Werten des Jahres 2015 liegt.

Das Geschäftsjahr 2016 wurde durch das Engagement der rund 120 Mitarbeiter und das Vertrauen der Kunden vor Ort erfolgreich abgeschlossen, waren sich die beiden Vorstände Hartmann und Dertwinkel einig.

Die anhaltende Niedrigzinsphase bestimmte auch das Geschäftsjahr 2016, trotzdem verzeichnet die Volksbank im Einlagenbereich einen erheblichen Zuwachs von rund 30 Mio. Euro oder plus 8,6 %. Die Fondsguthaben der Kunden stiegen um 4.8 Mio. Euro oder 3,9 %.

Die Anlage in renditestärkere Investmentfonds als Alternative zu Tages- und Termingeldanlagen und die damit einhergehende Vermögensstrukturierung bildete den Beratungsschwerpunkt des Jahres 2016.

Im Wertpapierbereich prägte auch 2016 das Sicherheitsbedürfnis der Kunden die Nachfrage. Der Inflationsschutz sowie die Vermögensstruktur standen im Focus. Die Kunden suchten Anlagelösungen mit ausgewogenen Rendite-/Risikostrukturen. Im Anlageverhalten der Kunden gab es kaum Veränderungen zum Vorjahr. Der DAX schloss das Jahr mit 11.481 Punkten ab. Dieser Wert war sogleich auch der Jahreshöchststand, Anfang Februar war der Index auf den Jahrestiefststand von 8.773 Punkten gefallen. Das turbulente DAX-Jahr war durch massive Kursverluste an den chinesischen Börsen zu Jahresanfang, Sorgen um die Weltkonjunktur und anhaltend niedrige Ölpreise sowie die Entscheidung zum Brexit und der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der USA beeinflusst.

Im Kreditgeschäft konnte ein Wachstum von 35 Mio. Euro verzeichnet werden. Das entspricht einer Steigerung von 9,4 Prozent. Im gewerblichen Bereich nutzten die Kunden Betriebsmittelfinanzierungen und Investitionsdarlehen. Die gute Wirtschaftslage in Verbindung mit der Niedrigzinsphase führte zeitgleich zu hohen Kredittilgungen. Die Baufinanzierungsnachfrage war wiederum sehr rege. Immobilien zur Eigennutzung aber auch zur Kapitalanlage waren extrem gefragt.

Nachgefragt wurden insbesondere lange Zinsbindungen bis zu 30 Jahren, die bei der Volksbank seit Jahren selbstverständlich sind. Diesen Kundenwunsch erfüllt die Volksbank Greven seit vielen Jahren durch die enge Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Hypothekenbanken.

Im Jahr 2016 konnten über 25 Mio. Euro Kredite an die Verbundpartner vermittelt werden.

Die notwendige Vorsorge für Risiken im Kreditgeschäft konnte bei der Volksbank Greven im Jahr 2016 weiterhin auf niedrigem Niveau gehalten werden.

Eine optimale Finanzierung muss attraktive Fördermittel einbinden. Die Beratung der Kunden über Fördermittel hatte auch 2016 wieder einen hohen Stellenwert, betonte Dietmar Dertwinkel. „Denn eine Maxime unseres Hauses ist, bei jedem Kreditantrag unserer Kunden zu prüfen, inwieweit öffentliche Fördertöpfe angezapft werden können, um damit unseren Mitgliedern und Kunden in jedem Fall die günstigsten Konditionen zu bieten“, so Dertwinkel.

Die Fördermittelanträge 2016 lagen mit über 28 Mio. Euro auf sehr hohem Niveau. Profitiert haben hiervon wiederum Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau. Den größten Zuwachs verzeichnete der Wohnungsbau zur Eigennutzung aber auch als Renditeobjekt.

Zum 1. April 2016 modernisierte die Bank die Kontomodelle für ihre Geschäftskunden. Hierzu wurden drei neue Kontomodelle aus den Änderungswünschen und Verbesserungsvorschlägen einer Kundenbefragung entwickelt. Die daraus resultierenden Beratungsgespräche wurden zur Optimierung des Zahlungsverkehrs genutzt und bildeten im Firmenkundenbereich einen Beratungsschwerpunkt.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist weiterhin groß. Zur kommenden Baumesse – hier laufen derzeit die Vorbereitungen auf Hochtouren – wird die Volksbank wieder ein Sonderkreditkontingent für den Grundstückskauf einzelner Baugebiete im Geschäftsgebiet auflegen. Außerdem wird auf der Baumesse der „Einbruchschutz“ ein Thema sein.
Interessierte können sich schon einmal den 18. und 19. Februar 2017 vormerken.

Die Neuausrichtung des Filialnetzes der Volksbank war in 2016 eine Folge des zunehmenden Online- und SB-Bankings sowie der Nutzung telefonischer Angebote. Somit schloss die Volksbank im Oktober 2016 die Filiale Süd an der Schützenstraße und wandelte diese in eine SB-Filiale um.

Mit Blick auf eine effektivere Nutzung von Räumlichkeiten kooperiert die Volksbank voraussichtlich ab Ende Februar 2017 mit der Kreissparkasse Steinfurt und führt eine gemeinsame SB-Filiale an der Schützenstraße. Beide Banken werden eigene SB-Geräte vorhalten.

Die bedarfsgerechte Beratung der Mitglieder und Kunden steht weiterhin im Mittelpunkt der Volksbank. Das spiegelt sich auch in der nunmehr 3. Auszeichnung von Focus Money wider, die die Volksbank Greven zum „3. Mal in Folge zur Nummer 1“ in der Privat- und Firmenkundenberatung sowie der Servicequalität auszeichnete.

Nicht nur auf die Bilanzzahlen, sondern auch auf die vielen Aktivitäten und Ereignisse blickten Hartmann und Dertwinkel zurück.

Gleich zu Beginn des Jahres 2016 gab es Neuigkeiten in der Volksbank: Gudrun Gall, Bereichsleiterin der Firmenkundenbank erhielt Prokura und Timo Schulte-Renger wurde neuer Bereichsleiter der Privatkundenbank.

Die alljährlichen Unternehmertage der Volksbank Greven in den Niederlassungsbereichen Altenberge und Nordwalde haben sich  inzwischen etabliert. In diesem Jahr hieß es auf der Einladung zum 3. gemeinsamen Unternehmertag beider Niederlassungsbereiche „ Regional-Gut stellt sich vor… in den Räumlichkeiten von AT-Zweirad  in Altenberge.
Volker Thiemann, geschäftsführender Gesellschafter von AT-Zweirad nutzte nach der Begrüßung die Gelegenheit, den Betrieb kurz vorzustellen, damit alle Gäste einen Einblick in die Geschäftstätigkeit bekamen. Die Volksbank dankte den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern, Edith Beglet-Thiemann und Volker Thiemann, für die Bereitschaft, die Räumlichkeiten für den gemeinsamen Unternehmertag zu stellen. Bereits zum zweiten  Mal, denn die Volksbank war 2009 bereits mit dem Altenberger Unternehmertag Gast am alten Standort.

Als Gastredner hatte die Volksbank Erwin Markowsky eingeladen. Erwin Markowsky hatte als Titel für seinen Vortrag „Cybercrime und Wirtschaftsspionage“ gewählt  Überzeugendes Fachwissen aus 25-jähriger Tätigkeit in der Telekommunikationsbranche, Witz und Charme sind die Markenzeichen des IT-Experten, der auch einem großen Rundfunk- und Fernsehpublikum als Fachmann für die Risiken im Umgang mit Mobiltelefonen und dem Internet bekannt ist. Handy- und Smartphone-Hacking, Hacking gegen Unternehmensnetzwerke, E-Mail-Manipulationen oder digitale Kriminalität & Wirtschaftsspionage waren einige seiner Vortrags-Module. Erwin Markowsky versetzte die Zuhörer in Erstaunen und begeisterte mit seiner Live-Hacking-Vorführung.

„SIE – in 3 Minuten“ war die Aufforderung an die ansässigen Firmen im Regionalgut  zum Speed-Presenting und insgesamt vier Firmen stellten sich dieser Herausforderung.
Moderiert von Volksbank-Vorstand Dietmar Dertwinkel hatte jede Firma drei Minuten Zeit, sich vorzustellen. Die im Regionalgut ansässigen Firmen E-Projekt, CLK, Horse-Equipe und  Wiewer & Knufmann  nutzten die Gelegenheit.

Netzwerken mit Impulsvorträgen ist auch beim beliebten Steuerberater-Frühstück der Volksbank Programm. Für den Impuls-Vortrag der Veranstaltung hatte die Volksbank die Bezirksleiterin der VR-Leasing eingeladen, die zum Thema  „Wirtschaftsauskünfte und schnelle Finanzierungsentscheidungen“ interessante Ansätze präsentierte. Parallelen zwischen Bank und Steuerberatern in der Beratungsleistung wurden deutlich und interessante Ansätze zum Thema Finanzierungsentscheidungen diskutiert.

Das Reiseangebot der Volksbank ist für die Mitglieder nach wie vor attraktiv. Drei Gruppen reisten in 2016 auf die Karibik-Insel Kuba und erlebten neben einer Reise durch die Geschichte Kubas faszinierende Landschaften und traumhafte Strände. Die diesjährige Bankreise geht auf die größte Mittelmeerinsel: Sizilien – die Insel zwischen drei Meeren an der einstigen Grenze zwischen Morgenland und Abendland.

Die Volksbank begleitete die Gründung der zweiten Schüler-Genossenschaft im Kreis Steinfurt. Nach der Gründung der „Essbar eSG“ der Anne-Frank-Realschule erfolgte die Gründung der „Auszeit eSG“ der Gesamtschule im März 2016. Ein großes Projekt, welches die Volksbank sowohl finanziell als auch fachlich mit einer Firmenkundenberaterin als Patin begleitet. Volksbank-Vorstand Andreas Hartmann begrüßte die Entscheidung der Schüler, eine Genossenschaft zu gründen. Ein Erfolgsmodell mit langer Tradition und aktueller denn je.

Über die Zukunft der Landwirtschaft diskutierten über 300 Landwirte nach einem Vortrag vom Agrar-Experten Prof. Dr. Isermeyer auf dem kreisweiten Landwirteforum der Volksbanken. Die Podiumsdiskussion mit dem Gastredner und Sonja Schürmann von der DZ-Bank moderierte Vorstandsmitglied Dietmar Dertwinkel. Bei den Genossenschaftsbanken im Kreis Steinfurt bilden die Landwirte oftmals die größte Kundengruppe, die die Volksbanken bei der betrieblichen Entwicklung weiter begleiten wollen.

Die Verbundenheit der Mitglieder mit ihrer Volksbank zeigt sich in den jährlich zu ehrenden Bankteilhabern, die für 40-, 50- und 60-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren 6 Mitglieder seit 60 Jahren, 74  Mitglieder seit 50 Jahren und 142 Mitglieder seit 40 Jahren Bankteilhaber.

Aber auch die Verbundenheit der Mitarbeiter mit Ihrer Volksbank spiegelt sich in den vielen Dienstjubiläen wider. Drei Mitarbeiter blickten auf 40 Dienstjahre, zwei auf 25 und ein Mitarbeiter auf 10 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück.

Die Aus- und Weiterbildung hat in der Volksbank Greven einen hohen Stellenwert. In 2016 begannen fünf Auszubildende Ihre Ausbildung zum Bankkaufmann/-frau und fünf junge Leute beendeten ihre Ausbildung mit der erfolgreich abgelegten Prüfung. Mit einem Elternabend, gestaltet von den Auszubildenden, wurde gezeigt, was Ausbildung in der Volksbank Greven bedeutet. Die erneute Auszeichnung einer ehemaligen Auszubildenden beim Wifo-Ausbildungspreis erfreute die Volksbank besonders.

Über die von der Volksbank angebotenen Seminare hinaus nehmen die Mitarbeiter auch durch in Eigeninitiative besuchte Fortbildungsmaßnahmen Einfluss auf ihre berufliche Entwicklung. In 2016 konnte der Vorstand zwei Mitarbeiterinnen zur bestandenen Bachelor-Prüfung, einer Mitarbeiterin zur Bankfachwirtin gratulieren und einer weiteren Mitarbeiterin zum Abschluss eines Zertifikatstudiums im Immobilienbereich beglückwünschen.

Beratungs- und Projektschwerpunkte für das laufende Geschäftsjahr sehen die beiden Vorstände in den Bereichen „Vermögensstruktur“ und „Digitalisierung“.

2017 wird die Weiterentwicklung der Zahlungsverkehrssysteme im Focus stehen. Derzeit wird im Geld- und Kundenservice mittels I-Pad den Kunden demonstriert, welche Möglichkeiten sich durch die VR-Banking App bieten. Darüber hinaus können z.B. verschiedene Service-Apps, wie paydirekt, Sperr-Apps oder R + V Notfall-Helfer direkt über die Homepage abgerufen werden.

Die Digitalisierung in Verbindung mit dem Zahlungsverkehr sowie die bessere Verknüpfung von Online-Angeboten mit der traditionell hohen Beratungskompetenz der Volksbank-Mitarbeiter gehören zu den Projekten des neuen Geschäftsjahres. In diesen Bereich fällt auch ein Relaunch der Internetseite. Mit der zunehmenden Digitalisierung werden Freiräume für die intensivere und gezielte Beratung geschaffen.

Der Ausbau des Baufinanzierungsgeschäftes wird auch im laufenden Geschäftsjahr einen hohen Stellenwert haben. Durch die Aus- und Weiterbildung von Spezialisten wird die Volksbank der zunehmend komplexer werdenden Baufinanzierungsberatung gerecht.

Beide Vorstände blicken verhalten optimistisch auf das neue Geschäftsjahr. Hartmann und Dertwinkel sehen für die Bank als größte Herausforderungen das weiterhin niedrige Zinsniveau. Für 2017 wird ein moderates Geschäftswachstum bei schwächerer Ertragslage erwartet.

Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2016:

  • Bilanzsumme 575 Mio. Euro (+10 Mio. Euro)
  • Direkt-Kreditgeschäft 35 Mio. Euro Wachstum
  • Vermitteltes Kreditgeschäft 25 Mio. Euro
  • Bankeinlagen der Kunden 30. Mio. Euro Wachstum
  • Ertrag unter Vorjahresniveau
  • Mitarbeiter 120   
  • Spenden und Sponsoring 80.000 Euro
  • Gewerbesteuern ca. 900 TEUR