„Eine erstmalige, aber sicherlich nicht einmalige Zusammenarbeit der Heimatvereine Greven, Greven-Schmedehausen, Altenberge, Nordwalde und Nienberge“, betonte Hans-Dieter Bez, Vorsitzender des Grevener Heimatvereines bei der Buch-Vorstellung „Die Brüchtenprotokolle des Gogerichtes zur Meest 1562 bis 1725“ in der Volksbank Greven.
Prokurist Dietmar Dertwinkel freute sich, dass die finanzielle Unterstützung der Volksbank diese Zusammenarbeit initiiert hatte. Bez blickte in seinen einführenden Worten auf die gemeinsamen Interessen des Autors und Übersetzers der alten Protokolle, Herbert Söthe, zurück und erklärte zunächst die Grundlagen der Quellenpublikation zum Alltagsleben der Bevölkerung in den Kirchspielen Altenberge, Greven, Nienberge und Nordwalde. Für die weltliche Gerichtsbarkeit gab es im Hochstift des Fürstbistums Münster zwei Instanzen, nämlich ein Obergericht und Untergerichte. Die Untergerichte waren Stadt- oder Landgerichte, die den Namen Gogericht führten. Das Gogericht to Meest wurde erstmals 1218 erwähnt, ist aber wahrscheinlich sehr viel älter. Es war zuständig für Greven, Altenberge, Nordwalde und Nienberge. Vorsitzender war der vom Domkapitel ernannte Gograf. Das Gogericht up der Meest fand ursprünglich, also bereits auch zur sächsischen Zeit, an der Grenze zwischen Altenberge und Greven statt, woran heute noch der Flurname Meestheide erinnert. Zuständig war es für den Bereich, den heute die Orte Altenberge, Greven, Nienberge und Nordwalde bilden. Seit 1580 wurde das Gogericht wohl auch unter der Linde am Kirchplatz in Greven abgehalten.
Der Autor, Herbert Söthe, kopierte die das Gogericht up der Meest betreffenden Protokolle aus dem Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen zu Münster und übertrug die deutsche Schreibschrift in heute lesbare Druckschrift. In den sogenannten „Brüchtenregistern“ kommt das Alltagsleben der Menschen des 16. Bis 18. Jahrhunderts zur Entfaltung, wenn deren Streitigkeiten und Unzulänglichkeiten detailliert und präzise formuliert aus den Akten zu entnehmen sind.
Während der Buchvorstellung gab er einen kleinen Einblick in die insgesamt 47 erhaltenen Jahrgänge mit 3660 Einzelfällen und wies auf ein Namensregister hin.
Neben der Volksbank Greven unterstützte dieses umfangreiche Buch-Projekt die Sozietät Lauscher Schürmann Greven, deren Vertreter Hubertus Bange zur Buchvorstellung kam sowie die KaDePo Greven. die bei Auflösung des Vereines den Kassenbestand dem Heimatverein Greven spendete. Die Volksbank Münster unterstützte das Projekt durch den Heimatverein Nienberge.
Erhältlich ist das Buch über die Heimatvereine Greven, Altenberge, Nordwalde und Nienberge sowie über die Grevener Buchhandlung Cramer und Löw und kostet 20 Euro.
Greven, 04.01.2012
Bild: Vertreter der Heimatvereine um den Initiator Hans-Dieter Bez (2.v.l.) mit den Sponsoren und Autor Herbert Söthe (2.Reihe rechts.)