Ex-Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke referierte auf Einladung der Volksbanken Greven und Saerbeck zur Zukunft der Nahrungsmit-telproduktion in Deutschland
Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Manfred Oeing, auch im Namen seiner Saerbecker Vorstandskollegen Albert Topphoff und Ansgar Heilker, referierte Bundesminister a.D. Karl-Heinz Funke.
Freiwillig etwas abgeben, das macht keiner gern. Und niemand gibt freiwillig mehr, als er muss. So sind Menschen nun einmal, brachte es Ex-Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke am Montagnachmittag auf dem Landwirtschaftsforum im Veranstaltungsraum der Volksbank Greven auf den Punkt. Das zeigt sich deutlich beim eigenen Einkaufverhalten für den Mittagstisch, bei dem Kostengesichtspunkte ausschlaggebend sind. Die Folge: Der Tante-Emma-Laden ist so gut wie ausgestorben und in den zurückliegenden Jahrzehnten durch den Dicounter abgelöst.
Dieser Entwicklung müssten sich die heimischen Landwirte stellen, mahnte Funke, der vor den interessierten Landwirten ebenso kenntnisreich wie kurzweilig über das „Verhältnis Landwirt und Verbraucher“ referierte. Dies habe sich in den zurückliegenden 50 Jahren entscheidend geändert: Rückgang der Selbstversorgung, geänderte Ernährungsvorlieben (Nudelvariationen statt Kartoffeln) und die neue Rolle der Frau im Beruf seien dabei nur drei Merkmale dieser Veränderung. Heute seien mittlerweile rund 80 Prozent der Nahrungsmittel, die vom Verbraucher verzehrt würden, be- und verarbeitet – Tendenz steigend, so Funke.
Stichwort Preisverfall bei landwirtschaftlichen Rohstoffen: Dies sei vor allem durch das hohe Angebot wie stagnierender bis sinkender Binnennachfrage ausgelöst. Dem könnten die deutschen Bauern nur durch steigende Exporte, insbesondere in asiatische Wachstumsmärkte entgegenwirken.
Weltweit um 60 Prozent würde Nachfrage nach hochwertigen, indusriell produzierten Lebensmitteln in den nächsten zehn Jahren steigen, führte Funke aus. Hier seien die deutschen Landwirte für die Zukunft mehr denn je gefragt und hätten so einiges zu bieten, meinte Funke und zählte als Pluspunkte die gut ausgebildeten Fachkräfte, die hochentwickelte Agrar- und Lebensmitteltechnologie sowie die Vertriebstrukturen auf. Lediglich bei der Vermarktung habe man noch Defizite. Sein positives Fazit: Landwirtschaft hat in Deutschland eine hervorragende Zukunftsperspektive.
Greven, 10.11.2009
„Zum Verhältnis Landwirt und Verbraucher “ referierte Karl-Heinz Fun-ke (2.v.l.) auf dem Landwirteforum der Volksbank Greven und der Volksbank Saerbeck. Die Vorstände Manfred Oeing (VB Greven (l.) und Ansgar Heilker (VB Saerbeck r.) und Albert Topphoff) begrüßten den Referenten